Über das Stammeln
Ein ganz wichtiger Aspekt ist, dass das Stammeln eine interessante Markierung auf den verschiedenen Achsen der Sprache besetzt. So könnte man sagen, dass die Richtung der Sprache durch ein Syntagma vorgegeben ist, das heißt also, durch eine kontinuierliche Verkettung von syntaktischen Einheiten, und dass bei jedem Kettenglied gewissermaßen Entscheidungen getroffen werden müssen, nämlich es muss aus dem Paradigma ausgewählt werden. Fortlaufendes Sprechen heißt also eigentlich immer, zwischen jedem Satzteil, zwischen jedem Syntagma, aus einem Paradigma auszuwählen und damit dem Sprechen eine Richtung zu geben – eine Richtung, die etwa durch das Verb, die durch die Rektion, die durch Deklinationen etc. vorgegeben ist, aber auch durch semantische  Verkettungen. Und da könnte nun das Stammeln eine interessante Position besetzen, weil es gewissermaßen den Fortgang des Satzes und damit auch die Direktion einer Äußerung in die Schwebe versetzt und in ein eigentümliches Zögern oder Zaudern bringt. Die Richtung ist unterbrochen, und häufig ist das Stammeln tatsächlich damit verbunden, dass ein Suchlauf beginnt. Ein Suchlauf, in dem beispielsweise verschiedene Alternativen der Fortsetzbarkeit auftauchen. Und da kann es sein, dass ein Satz, der positiv und negativ, also in der Verneinung und in der Bejahung enden kann, plötzlich beides zugleich möglich erscheinen lässt. Es ist denkbar, dass an einem bestimmten Punkt verschiedene Bilder auftauchen, die unterschiedliche Schattierungen beispielsweise in semantischer Hinsicht vorführen. Und an all diesen Stellen führt das Stammeln tatsächlich eine Art Karussell von Möglichkeiten ein und hat, neben seiner vermindernden Qualität – nämlich dem Heraustreten aus der Kommunikation beispielsweise, die Intensivierung einer Kommunikation mit sich selbst in der Frageform o.ä. – gleichzeitig einen Gewinn. Also es ist nicht nur eine Subtraktion, sondern eine Multiplikation – nämlich von Möglichkeiten. Im Stammeln sind also die Richtung der Fortsetzbarkeit, die Richtung des Satzes, die Richtung einer Äußerung und nicht zuletzt die Richtung einer Denkbewegung tatsächlich offen. Und deswegen hat dieses Stammeln in der Hinsicht den Charakter einer Potenzierung des Sprechens. Also gerade nicht nur einer Depotenzierung, indem Mitteilung unterbrochen wird, sondern einer Potenzierung dort, wo eben gewissermaßen eine Fülle des Sinns gegenwärtig ist und die Selektionsvorgabe, der Selektionsprozess noch nicht abgeschlossen ist.

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Eine ähnliche Frage hat sich ja im 18. Jahrhundert in unterschiedlichen Sprachursprungsgeschichten niedergeschlagen – in der Annahme, dass der erste Laut eine onomatopoetische Äußerung gewesen ist, also der Rousseau'sche Naturlaut, das „Ach" , das „Oh", oder eine bloße Lautmalerei, die gewissermaßen vorsprachlich und natürlich vor allem auch vorbegrifflich ist. Etwas Ähnliches findet man dann bei Nietzsche, der eben etwa sagt, zunächst war ein Bild, zu diesem Bild gibt es einen Laut, und erst in einem langen Filterungsprozess wird daraus der Begriff. Und auch dann ist, wenn man so will, das Stammeln – wenn das Stammeln eben eine bloße Lautlichkeit ohne weitere syntaktische Fortsetzung ist und wenn's eine bloße Lautlichkeit ist, die noch nicht semantisch festgeschrieben ist – ist dieses Stammeln tatsächlich vor der Ordnungs- und Direktionskraft des Begrifflichen angesetzt. Auch da könnte man sagen, wird nicht unbedingt ein Nullpunkt, aber eine äußerste Intensität hergestellt, in der selbst Begriffe in die Schwebe gebracht werden.

Etwas anders formuliert könnte man sagen: Im Stammeln insistiert Sinn, aber dieser Sinn ist noch nicht existent. Es sind insistierende Sinnpotentiale, die sich dort bemerkbar machen.

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Ich würde sagen, das Stammeln, das Sie interessiert und das vielleicht auch mich interessieren würde, kann überhaupt erst entstehen unter der Bedingung, dass Sprache ist und zweitens, dass Sprechen möglich ist. Also dieses Stammeln, über das wir jetzt gesprochen haben, ist eines, das sich nur unter der Voraussetzung der Sprachsysteme oder der Sprache schlechthin vollziehen kann. Und ich glaube, das wäre auch – wenn man das so vorsichtig sagen darf, nein, so unvorsichtig sagen darf – die künstlerische Seite dabei. Gilles Deleuze etwa hat das an verschiedenen Beispielen sehr deutlich gemacht – an Proust, an Cummings, an Kafka, an Sacher-Masoch – dass eigentlich künstlerische Sprache dort beginnt, wo die interne, die immanente Fähigkeit einer Sprache zu stammeln gewissermaßen künstlerischer Motor wird. Das heißt also, dass in Reibungen, in lautlichen Reibungen, dass in asyntaktischen Formulierungen – asyntaktische Formulierungen beispielsweise wie „I would prefer not to", der berühmte Bartleby-Satz – dass überall dort Unterbrechungen eingebaut werden, in denen sprachliche Potentiale letztlich auch das hervorbringen, was Deleuze „das Neue" nennt,

Wichtig ist, glaube ich, dabei, dass zumindest für eine bestimmte Form moderner Literatur beispielsweise – und das würde man wahrscheinlich auch von moderner Kunst sagen können – zentrale Operationen darin bestehen, die Ordnungsgestalt der Welt zu reduzieren. Und damit eine Welt – eine bestehende und, wenn man so will, auch sprachlich gefügte Welt – in einen Zustand zurückzuversetzen, den man Werden nennen könnte: in dem die Welt also embryonale Seiten entwickelt und nicht als vorgegebene Strukturform oder so vorhanden ist. Und das Stammeln hätte – wenn Deleuze sagt, dass das Stammeln eben auch darin besteht, eine ganze Sprache selbst ins Stammeln zu bringen – genau diese Form, Festigkeitsverhältnisse von Welt, Fügungen zu reduzieren. Und dabei markiert das Stammeln natürlich auch so etwas wie einen Anschlussfehler, wie bei der Montage im Film. Man kann ja auch sagen, Filme der Nouvelle Vague stammeln in einer gewissen Weise, wenn es unklar ist, wie man von einem  Bild zum nächsten kommt. Oder wenn klar wird, dass der Übergang von einem Bild zum nächsten in mehrfacher Hinsicht dargestellt wird. Es gibt eine wunderbare Szene von Godard, wo das richtig durchgespielt wird. Das heißt also beispielsweise: Wie kommt man durch eine Tür? Und Michel Piccoli in Le mépris öffnet eine Tür, schreitet hindurch und macht sie hinter sich zu. Das nächste Mal: dieselbe Tür. Michel Piccoli geht nicht, öffnet die Tür, sondern man stellt plötzlich fest, dass in der Mitte das Glasfenster, also das Türblatt fehlt. Er geht also durch das fehlende Türblatt bei geschlossener Tür. Und das dritte Mal macht er beides, er macht die Tür auf und geht durch das fehlende Blatt in der Mitte, durch die fehlende Scheibe – und hat damit drei Möglichkeiten vorgeführt. Erstens von einem Raum in den anderen zu kommen; zweitens mit einer Tür umzugehen; und drittens diese Schwelle zu überschreiten. Und ich glaube, eine ähnlich Form ist mit dem Anschlussfehler verbunden, wo eben klar wird, dass auch der Fortgang oder die Fortsetzbarkeit eines Raums beispielsweise (auch eines metrischen Raums) unterbrochen wird und an der Stelle in einen Irrlauf gerät. Und ich glaube, dieses Erratische oder dieser Irrlauf im Zaudern, äh, im Stammeln ist ganz wichtig und führt eben zu einer Zauderstruktur, in der Festigkeit von Welt, Gefügtheit von Welt und die Tatsache beispielsweise, dass eine Tür ist – ja, wie soll man sagen – eingeklammert wird.

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Stammeln ist im Grunde ein Systemzustand fern von Gleichgewichtszuständen. Man könnte das wahrscheinlich viel deutlicher mit einem chaotischen System vergleichen, also mit etwas, was der Mathematiker Benoît Mandelbrot beispielsweise zu beschreiben versuchte. Selbst einer der interessantesten gegenwärtigen Physiker, Physikochemiker, Ilya Prigogine beschreibt, dass turbulente Systeme – also beispielsweise Flüssigkeiten, die sich dadurch auszeichnen, dass von laminaren Strömungen, das heißt von Strömungen, in denen plötzlich ein Strömungsabriss passiert, so dass Turbulenzen entstehen – nicht eigentlich völlig ungeordnet ist. Tatsächlich handelt es sich um einen relativ organisierten Systemzustand, aber fern von Gleichgewichtszuständen, in denen – und das ist eine wörtliche Formulierung von Ilya Prigogine – „das System zaudert". Man kann nicht entscheiden, wie von einem gegebenen Zustand eine Ableitung zu einem weiteren, künftigen Systemzustand möglich wäre, sondern alle möglichen Systemzustände treten gewissermaßen auf den Plan und führen dazu, dass es keine wahrscheinliche, also keine sozusagen „normal wahrscheinliche" Verlaufsform gibt. Sondern es gibt einen hyperbolischen Systemzustand, in dem selbst Wahrscheinlichkeitsprozesse völlig irregulär werden. Und dieses „zaudernde System", wo der Übergang von einem Zustand zum anderen unklar ist, ist ein Zustand, der fern des Gleichgewichts ist. Und insofern könnte man auch sagen, dass auch sprachliche Gleichgewichtsvorstellungen, also Balance, aus der Kraft gesetzt sind.

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Jedes System, glaube ich, wenn es einen gewissen Hang zur Selbstreproduktion hat, wenn ein System eine immanente Intelligenz entwickelt, um sich gewissermaßen fortzupflanzen – das betrifft ein ökonomisches System genauso wie ein soziales System überhaupt – muss Margen haben, in denen Umweltkontakte – neben allen Schließungen, neben allen Abschlussgedanken oder so – manifeste Öffnungen haben – also Flexibilitätsenden, Ausfransungen oder so. Gilles Deleuze hat einmal gesagt: Warum funktioniert eigentlich der Kapitalismus so gut? Deswegen, weil alles leckt, weil es überall Löcher gibt, und weil es trotzdem, obwohl nichts funktioniert, immer weitergeht. Funktionsstörungen zur Funktionalität zu wenden, ist ja eine elementare Definition auch beispielsweise kybernetischer Systeme, die sich eigentlich dadurch erhalten, dass sie Störungen integrieren. Also jede Störung ist im Grunde auch ein Moment einer Systemoptimierung.

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Aber ich meine, es gibt ja noch einen anderen interessanten Aspekt im Stottern oder im Stammeln. In einer kleinen Seitenbemerkung von Lévi-Strauss ist das einmal angedeutet, wo in verschiedenen Mythen von amerikanischen Indianern Stammeln oder Stottern mit Stolpern in Verbindung gebracht wird. Das heißt also, wenn Sprechen eine Fortbewegungsart ist und wenn Gehen eine Fortbewegungsart ist, dann kann man eine gewisse Kongruenz oder Analogie zu Fortbewegungsstörungen herstellen. Und oft ist derjenige, der stammelt, zugleich einer, der stolpert. Oder oft wird durch ein Stolpern ein Stammeln ausgelöst und umgekehrt.

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Und dann hätten wir noch eine andere, wie soll man sagen, Einkreisung dessen, was beim Stammeln passiert: Glossolalie oder das sogenannte Zungensprechen ist ja eigentlich nicht das Sprechen einer Sprache, sondern ein Sprechen der Sprachen. Also was sich da artikuliert, wie in einer Art Pfingstwunder ist, dass verschiedene Sprachen gleichzeitig gesprochen werden und dabei keine kenntlich bleibt. Sprachen werden dabei also in intensive Reibungen zueinander gesetzt, und damit wäre das Stammeln eben tatsächlich fast in einer Art von Definition nicht ein „nicht sprechen" und ein „nicht eine bestimmte Sprache oder einen bestimmten Satz sprechen", sondern eigentlich ein Leitfaden des glossolalischen „Sprachen im Plural sprechen". Als wäre es sozusagen eine Pluralisierung des Sprechens einer Sprache im Stammeln. Wenn wir von Verzweigungen oder Bifurkationen im Stammeln gesprochen haben, dann heißt das eigentlich, dass nicht nur die Fortsetzung des bloßen Redens in Frage steht, die Fortsetzung des Satzes, die Unterbrechung von semantischen Strukturen und syntaktischen Strukturen, sondern dass die Sprache selbst eigentlich dabei pluralisiert wird. Wie eben etwa in der Glossolalie, in der nicht nicht gesprochen wird, aber nicht kenntlicherweise eine Sprache gesprochen wird. Vielleicht müsste man noch etwas mehr dazu sagen, weil ich diese Analogie von Stolpern und Stammeln genannte habe: Es ist ja interessant, dass gerade die Biomechanik, beispielsweise beim Versuch, das Gehen zu beschreiben, das Gehen nicht, wenn man so will, normativ als Verwirklichung einer aufrechten Fortbewegungsart beschrieben hat, sondern als permanentes Aufhalten des Fallens. Einen Schritt zu machen, heißt also, die Schwerkraft des Körpers im Fall umzukehren, so dass das Gehen nichts anderes ist, als ein fortgesetztes Unterbrechen des Falls. Und so könnte man natürlich auch das Sprechen, das kontinuierliche Fortsprechen, als ein fortgesetztes Auffangen des Stammelns oder Stotterns begreifen. Die interessante Wendung wäre dabei eben, dass man nicht die Norm des korrekten Sprechens und damit Syntax, Grammatik, Semantik etc. zum Leitfaden der sprachlichen Fortbewegung nimmt. Sondern umgekehrt, die Einbrüche, die Störungen, also nicht die Konstanten, sondern die Variablen, die dort auftauchen. Und das könnte ja eine interessante Sprachtheorie ergeben, wenn man sagt, die Sprache, die Führung des Sprechens oder die Führung einer Sprache im Sprechen definiert sich weniger durch Einheitsformen und damit verbunden entsprechenden Konstanten, sondern umgekehrt durch die Brüche, Anschlussfehler etc., also durch das Gestottere, das innerhalb der Sprache immer wieder aufgefangen werden muss, damit Fortbewegung passiert.

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Also eines wissen die Strukturalisten natürlich – also die Strukturalisten herkommend von dem sogenannten linguistic turn, aber auch die Strukturalisten, die das Unbewusste als sprachliche Struktur begriffen, wie Lacan beispielsweise. Die wissen natürlich sehr gut, dass, um überhaupt sprechen zu können, man nicht sprechen wollen darf. Gewolltes Sprechen ist also ein Sprechen, das sich selbst unterbricht. Ich kann tatsächlich nur fortlaufend sprechen unter der Bedingung, dass ich nicht überlege, wie sich das eine zum anderen fügt. Nur so funktioniert das Sprechen. Das heißt, es funktioniert eigentlich bei reduziertem Bewusstsein, es funktioniert eigentlich, in Anführungszeichen, „ unbewußt". Kleist ist ein grandioser Experimentator mit diesen Dingen, wenn er beispielsweise darüber spricht, wie Mirabeau vor der Versammlung der französischen Revolutionäre plötzlich, und zwar in einer Art Explosion, nicht mehr nachdenkt, einen Gedanken fasst, sondern gewissermaßen in Übersprung eines elektrischen Funkens, die Rede hält, die alle ansteckt. Und ich glaube, das ist ganz entscheidend, dass erhöhte Bewusstseinszustände Sprechen erschweren. So ähnlich wie einer der großen schizophrenen Denker Daniel Paul Schreber von sogenannten „Denkungsgedanken" gesprochen hat, die das Denken hemmen. Und nimmt man das aber ernst, dann heißt das natürlich, dass sich im Stammeln nicht ein vermindertes Bewusstsein, sondern – im Gegenteil – ein erhöhtes Bewusstsein manifestiert. Das heißt, wenn man so will, wenn Bewusstsein etwas ist, das mit Willen zu tun hat, und wenn Wille etwas ist, das mit der Affirmation von Entscheidung zu tun hat, dann ist hier ein höchstes Maß an Bewusstsein, das heißt an Willenskraft und das heißt an Entscheidungspotential im Spiel, was eben das Fortsprechen behindert. Stammeln wäre also nicht eine Reduktion von Bewusstsein, sondern im Gegenteil, ein fast katastrophisch einbrechendes Sprachbewusstsein. Wobei es natürlich ein anderes Extrem gibt, und das ist die Katatonie, in der definitiv nichts mehr passiert. Wenn nun aber schizoide Zustände,  jetzt nicht in einem pathologischen Sinne, sondern wirklich, wenn man so will, in einem ethologischen, in einem verhaltenstechnischen Sinne, wenn schizoide Zustände da eine Rolle spielen, dann kann man sagen, dass Gestammel - und die damit verbundenen Äußerungsformen mit Kohärenzproblemen - umgeht und Kohärenzprobleme ausstellt und womöglich auch zur Lösung führt. Und Kohärenzprobleme können auf unterschiedlichen Ebenen angesiedelt werden. Also beispielsweise kann ein Zustand eintreten, in dem die Existenz einer Norm – also beispielsweise der Gebrauch eines Begriffs wie Mann oder so – ein definitives Kohärenzproblem darstellt. Weil dieser Begriff in einer bestimmten Welt nicht wirklich mehr unterzubringen ist und dort liegt wie ein sperriger Balken oder Stahlträger, der nicht mehr in diese Strukturen passt. Also hat man ein Kohärenzproblem, das gelöst werden muss, und dazu kann es irrsinnig komplizierte Konstruktionen geben. Es gibt den berühmten Fall eines definitiven Schizophrenen, den unter anderem auch Deleuze analysiert. Von jemandem, der unfähig ist, seine, in dem Fall, französische Muttersprache zu sprechen. Er kann also nur unter der Bedingung sprechen, diese Muttersprache zu vermeiden. Jetzt ist dieser Typ, der sich selbst als Sprachenstudent bezeichnet … jetzt ist dieser Typ irrsinnig gebildet, kann Hebräisch, kann verschiedene slawische Sprachen, Deutsch, andere romanische Sprachen und Englisch natürlich und schafft es – und das geht wieder fast an den Rand einer Glossolalie – und schafft es, Wörter und Sätze zu prägen, die französisch klingen, aber aus Wörtern und Lauten aller möglichen anderen Sprachen zusammengesetzt sind. Das heißt also, es ist wie eine Mimikry ans Französische, wo aber kein Wort und kein Rest und kein Laut und damit auch keine Sinneinheit noch als Französisch entschlüsselbar ist. Das wäre gewissermaßen der Umgang mit Kohärenzproblemen und das Lösen fast unmöglich zu lösender Kohärenzprobleme, nämlich die normative Ordnung der sogenannten Muttersprache – also des Französischen als Sprache der Mutter – gewissermaßen die Mutter aus der Sprache zu streichen. Und dadurch gibt es völlig andere Kombinationen, gewissermaßen quer über die Landkarten hinweg, sprachliche Kombinationen, die eines leisten, nämlich eine Sprache zu erzeugen, die zwar französisch klingt, aber die Mutter herausgestrichen hat, die da nicht existieren darf.

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